SCHUFA-Auskunft kostenlos: die Datenkopie nach Art. 15 DSGVO
So bekommst du deine SCHUFA-Daten kostenlos und worauf du achten solltest, bevor du sie einem Vermieter gibst.
Von René Fürstenberg · Stand:
Viele Vermieter möchten vor Vertragsabschluss eine SCHUFA-Auskunft sehen. Dafür musst du nicht unbedingt Geld ausgeben: Nach der Datenschutz-Grundverordnung hast du Anspruch auf eine kostenlose Kopie aller Daten, die die SCHUFA über dich gespeichert hat. Hier erfährst du, wie du sie bekommst und worauf du achten solltest.
Die Datenkopie nach Art. 15 DSGVO
Art. 15 DSGVO gibt dir das Recht zu erfahren, welche Daten ein Unternehmen über dich speichert. Das gilt auch für Auskunfteien wie die SCHUFA. Die erste Kopie ist kostenlos. Die SCHUFA nennt sie „Datenkopie (nach Art. 15 DSGVO)“.
Die Datenkopie enthält unter anderem:
- deine gespeicherten Personalien und früheren Anschriften
- Verträge wie Girokonten, Kreditkarten, Kredite oder Handyverträge
- eventuelle Negativeinträge, etwa zu nicht bezahlten Forderungen
- Score-Werte, die aus diesen Daten berechnet werden
- welche Unternehmen in letzter Zeit Auskünfte über dich eingeholt haben
So beantragst du die kostenlose Auskunft
- Direkt bei der SCHUFA anfragen: Auf der Website der SCHUFA findest du den Antrag auf die kostenlose Datenkopie. Achte darauf, nicht versehentlich ein kostenpflichtiges Produkt zu bestellen.
- Angaben machen: Du brauchst Name, Geburtsdatum und aktuelle Anschrift, je nach Antrag auch frühere Anschriften. So kann die SCHUFA dich eindeutig zuordnen.
- Identität nachweisen: Je nach Weg kann ein Identitätsnachweis nötig sein, zum Beispiel über die Online-Ausweisfunktion oder eine Ausweiskopie.
- Auf die Antwort warten: Die DSGVO sieht eine Antwort spätestens innerhalb eines Monats vor. Beantrage die Kopie deshalb, bevor du sie dringend brauchst.
Das Auskunftsrecht gilt auch bei anderen Auskunfteien, etwa Creditreform Boniversum oder CRIF. Manche Vermieter oder Hausverwaltungen fragen dort selbst an.
Datenkopie oder BonitätsAuskunft?
Neben der kostenlosen Datenkopie bietet die SCHUFA die kostenpflichtige BonitätsAuskunft an. Der Unterschied:
| Datenkopie | BonitätsAuskunft | |
|---|---|---|
| Kosten | kostenlos | kostenpflichtig |
| Gedacht für | dich selbst | die Weitergabe an Vermieter |
| Inhalt | alle gespeicherten Daten | zusammengefasst, weniger Details |
Die Datenkopie zeigt mehr, als ein Vermieter wissen muss, etwa alle deine Konten und Verträge. Du kannst Angaben, die für die Bewerbung keine Rolle spielen, vor dem Weitergeben schwärzen. Frag den Vermieter im Zweifel, was er genau sehen möchte. Die aktuellen Angebote und Preise findest du direkt bei der SCHUFA.
Was der Vermieter aus der Auskunft liest
Vermieter interessiert vor allem eine Frage: Gibt es Hinweise darauf, dass du Zahlungen nicht leistest? Entscheidend sind deshalb Negativeinträge, etwa zu Forderungen, die nach Mahnungen nicht bezahlt wurden, oder zu einem Insolvenzverfahren. Normale Verträge wie ein Girokonto, eine Kreditkarte oder ein ordnungsgemäß bedienter Kredit sind dagegen kein Makel.
Der Score ist eine Wahrscheinlichkeitsschätzung, die aus den gespeicherten Daten berechnet wird. Wie er genau zustande kommt, erklärt die SCHUFA in der Datenkopie und auf ihrer Website.
Wann du die Auskunft vorlegen solltest
Eine Bonitätsauskunft ist ein sensibles Dokument. Nach der Orientierungshilfe der Datenschutzkonferenz sollten Vermieter solche Nachweise erst verlangen, wenn sie den Mietvertrag mit dir abschließen wollen, und nicht schon bei der Besichtigung. Mehr dazu im Ratgeber Welche Fragen darf der Vermieter stellen?.
Falsche Einträge? Lass sie korrigieren
Prüfe die Datenkopie sorgfältig. Veraltete oder falsche Einträge können deine Chancen bei der Wohnungssuche verschlechtern. Du hast das Recht auf Berichtigung (Art. 16 DSGVO) und unter bestimmten Voraussetzungen auf Löschung (Art. 17 DSGVO). Wende dich dazu an die SCHUFA und, falls nötig, an das Unternehmen, das den Eintrag gemeldet hat.
Wenn die Auskunft vorliegt, ist deine Bewerbung fast komplett. Welche Unterlagen noch fehlen, zeigt die Checkliste für die Bewerbungsmappe.